Videokonferenz mit Eishockey-Clubs

 In Allgemein

ViKo „Wie steht es aktuell um die bayerischen DEL-Clubs?“

Dieses brisante Thema diskutierte ich zusammen mit Wirtschaftsstaatsekretär Roland Weigert sowie zwei FW-Fraktionskollegen am 20. Januar mit Vertretern der DEL-Eishockeyvereine. Die Videokonferenz stand unter dem o. g. Motto, denn bekanntlich haben die Corona-Beschränkungen die Eishockey-Clubs in eine finanzielle Notlage gebracht – im Vergleich zu anderen Sportvereinen sind sie abhängiger von Zuschauerinnen und Zuschauern. Aufgrund unserer Recherchen beträgt der diesbezügliche Verlust bei „Geisterspielen“ bis zu 200.000 Euro pro Partie. Die teilnehmenden Vereine haben jeweils deutlich über eine Million Euro in dieser Saison verloren. Da alle Clubs Arbeitsverträge nicht nur mit Profispielern, sondern auch mit zahlreichen Mitarbeitern auf verschiedenen Ebenen haben, gefährden die Verluste unter anderem und insbesondere die Nachwuchsförderung. Die DEL-Vertreter betonten zudem ihre Arbeitgeberfunktion in der jeweiligen Region und die damit verbundene soziale Verantwortung. Auch sekundär Betroffene im Umfeld der Sportvereine, wie Dienstleister oder Gastronomie, klagen über entsprechende Umsatzverluste.

Hinzu kommt die Benachteiligung der bayerischen Clubs gegenüber ihren Wettbewerbern in anderen Bundesländern mit unterschiedlichen Corona-Einschränkungen. Teilweise gehen auch Werbeeinnahmen aufgrund der massiven Einschränkungen verloren. Die Bundesförderung deckt nicht alle angesprochenen Verluste. Insofern diskutierten Roland Weigert als Mitglied der Staatsregierung, Bernhard Pohl und ich als stellvertretende Vorsitzende sowie Wolfgang Hauber als sportpolitischer Sprecher der Freie Wähler Landtagsfraktion unter anderem mit Vertretern der Nürnberg Ice Tigers (Geschäftsführer Roman Horlamus und Tigers-Boss Wolfgang Gastner), Augsburger Panther (Geschäftsführender Gesellschafter Lothar Sigl), ERC Ingolstadt (Geschäftsführer Claus Liedy), Red Bull München (Sportdirektor Christian Winkler) und Straubing Tigers (Geschäftsführerin Gabriele Sennebogen), wie man durch die Krise unter Berücksichtigung der Inzidenzen kommen könnte.

Da (nicht nur) für mich die soziale Funktion der Eishockey-Clubs von großer Bedeutung ist, plädiere auch ich für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen, um ein besseres Gleichgewicht zwischen Schutzmaßnahmen, Sicherung des Eishockey-Sports und besagter sozialer Funktion herzustellen. Zudem bedarf es eines besseren Gleichklangs zwischen Kultur und Sport, vor allem bei der prozentualen Berücksichtigung des Publikums. Anschließend an die interne Diskussion wurden der ViKo diverse Medienvertreter zugeschaltet.

Mittlerweile hat das bayerische Kabinett unseren Forderungen in wesentlichen Teilen entsprochen und am 25. Januar diese Lockerungen beschlossen. Ich hoffe, dass damit ein erster wichtiger Schritt zur Rettung der bayerischen DEL-Clubs getan ist und dass weitere folgen werden!

Ihr Heimatabgeordneter
Johann Häusler