Häusler: „Unwürdiger trauriger Rekord“

 In Allgemein

P R E S S E M I T T E I L U N G

MdL Johann Häusler zu den aktuellen Veröffentlichungen der bayerischen Sozial- und Wohlfahrtsverbände
Stellungnahme des Sozialpolitikers Häusler: „Unwürdiger trauriger Rekord“

Einer aktuellen dpa-Meldung ist zu entnehmen: „Die Altersarmut ist in Bayern Sozial- und Wohlfahrtsverbänden zufolge bundesweit am größten.“ Landtagsabgeordneter Johann Häusler hat lange auf die Gefahren hingewiesen, dass in einem reichen Bayern immer mehr Senioren, die ihr Leben lang für unseren aktuellen Wohlstand gearbeitet haben, keine entsprechende Wertschätzung für ihre Lebensleistung erfahren. Akut kommt hinzu, dass die steigenden Mietkosten die ohnehin geringer werdenden finanziellen Spielräume noch weiter einengen. Zudem verzeichnen wir eine immense Energiekostensteigerung – der Gaspreis ist um mehr als das Doppelte gestiegen, so dass sich auch hieraus eine weitere finanzielle Einschränkung ergibt.

Häusler: „Dies ist unwürdig und nicht hinnehmbar! Unser reiches Bayern hält hier einen traurigen Rekord, der nach Abhilfe schreit. Wir benötigen endlich ein solidarischeres System der Altersvorsorge.“ Der Sprecher für Arbeit und Soziales plädiert für eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Sozialversicherungen im Allgemeinen und der gesetzlichen Rentenversicherung im Speziellen hin zu einer Erwerbstätigenversicherung.

Der zunehmenden Altersarmut, insbesondere bei besonders betroffenen Menschen und Gruppen sowie auch bei in wirtschaftliche Schieflage Geratenen, muss dringend entgegengewirkt werden. Das derzeitige Renten- bzw. Pensionssystem wird dem Anspruch nicht mehr gerecht, eine sozial gerechte Existenzsicherung im Alter für alle Gesellschaftsgruppen sicherzustellen und somit ein solidarisches System der Altersfürsorge zu gewährleisten. MdL Johann Häusler: „Ich fordere eine gerechte Rente für alle Erwerbstätigen, die auch der erbrachten Lebensleistung gerecht wird!“

Die schrittweise Eingliederung neuer Personenkreise in die gesetzliche Rentenversicherung kann – unter Berücksichtigung der rechtlichen Umsetzbarkeit – finanzielle Entlastungen für das Rentensystem mit sich bringen.

Darüber hinaus gilt es, neue gesellschaftliche Herausforderungen, die in diesen Pandemiezeiten besonders zutage treten, in eine künftige Erwerbstätigenversicherung mit aufzunehmen. Das familiäre und ehrenamtliche Engagement, insbesondere im Bereich der Pflege, der Nachbarschaftshilfe und des Sozialdienstes sollte bei der künftigen Rentenanwartschaft berücksichtigt werden. Damit würde auch das Ehrenamt gestärkt werden und dies könnte durchaus positive soziale Effekte auslösen.

Abgeordneter Häusler: „Es kann nicht angehen und darf nicht ohne Konsequenten bleiben, dass bei der Altersarmut mit 21 Prozent Bayern an der Spitze der deutschen Bundesländer ist. Es ist auch nicht hinnehmbar, dass fast ein Viertel (knapp 24 Prozent) aller älteren Frauen im Freistaat von der Altersarmut betroffen sind beziehungsweise dass ‚typische‘ Frauenberufe, beispielsweise im Sorge- und Dienstleistungsbereich, deutlich schlechter bezahlt werden.“ Während Männer durchschnittlich 1.265 Euro Rente erhalten, sind es bei Frauen nur 765 Euro – heißt es in der besagten dpa-Meldung.

Johann Häusler
Abgeordneter im Bayerischen Landtag
Stv. Vorsitzender der Freie Wähler Landtagsfraktion
Mitglied des Sozialausschusses
Sprecher für Arbeit und Senioren