Informationsbesuch in der Wirtschaftsschule Nördlingen

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Am 29. November war ich nach Nördlingen eingeladen, um die vier- und zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft kennenzulernen. Oberstudiendirektor Raimond Eberle stellte mir das Berufsschulzentrum vor und Studiendirektorin Manuela Stahl präsentierte das Profil der Wirtschaftsschule. Es folgten Einblicke in die Arbeit im Übungsunternehmen, in den Unterricht und in die Offene Ganztagsschule. Ein Gespräch mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und dem Elternbeirat rundete das kurzweilige und interessante Programm ab. Die Wirtschaftsschule Nördlingen zeichnet ein Pilotprojekt ab der 6. Jahrgangsstufe aus, bei dem eine Ausweitung auf die 5. Jahrgangsstufe als Regelfachschule wünschenswert wäre.

Als (politischer) Kämpfer für den Mittelstand war ich schon immer ein starker Befürworter einer bestmöglichen Förderung und Ausstattung von Wirtschaftsschulen, die ein wichtiges Rückgrat für die Wirtschaft, insbesondere für das Handwerk und den Mittelstand bilden. Letzteres wurde mir in Nördlingen einmal mehr deutlich vor Augen geführt, insbesondere im Hinblick auf die praxisorientierte Vermittlung von beruflichen Aspekten im Unterricht.

Aktuell stehen die meisten Wirtschaftsschulen vor dem Problem, dass sie nicht genügend Zulauf von Schülern haben. Aber nicht etwa, weil die Wirtschaftsschulen für sie unattraktiv sind. Vielmehr ist der Übertritt erst in der 7. Klasse, als Pilotprojekt ab der 6. Klasse, möglich. Da aber der Übertritt in sonstige weiterführende Schulen grundsätzlich bereits in der 5. Klasse möglich ist, entscheiden sich viele Schulabgänger, oft dazu von ihren Eltern motiviert, schon in der 5. Jahrgangsstufe gegen einen Wechsel in die Wirtschaftsschulen.

Allerdings gibt es bezüglich eines Übertritts in Wirtschaftsschulen bereits zum 5. Schuljahr vielfältige Widerstände auf der kommunalen Ebene und aus dem schulischen Umfeld. Die Freie Wähler Landtagsfraktion will den Wirtschaftsschulen entgegenkommen. Mein Vorschlag: das Pilotprojekt sollte auf die 5. Eingangsklasse ausgedehnt werden mit der Maßgabe, maximal eine Eingangsklasse je Schule zuzulassen – möglichst schon ab nächstem Schuljahr. Falls wir uns darauf mit unserem Koalitionspartner CSU verständigen können, hoffe ich, dass nach der Evaluation dieser Pilotphase sich auch allgemein die Erkenntnis durchsetzt, dass eine grundsätzliche Gleichstellung zwischen Realschulen und Wirtschaftsschulen für unseren Mittelstand die pragmatischste und effizienteste Lösung ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich zum selben Zeitpunkt entscheiden können, welchen Schultyp sie bevorzugen.

In diesem Sinne hat mich der Besuch in der Staatlichen Wirtschaftsschule Nördlingen sehr gefreut und ich fühle mich einmal mehr bestätigt, im Rahmen meiner Möglichkeiten für den Erhalt und die Förderung von Wirtschaftsschulen zu kämpfen!

Ihr Heimatabgeordneter
Johann Häusler