Einsatz zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung

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Die Versorgungslücke bzw. der Versorgungsnotstand, den die Corona-bedingte Schließung einer Praxis in Wemding ausgelöst hat, erreichte auch den Bayerischen Landtag, nachdem mich mehrere diesbezügliche Hilferufe erreichten. Insofern hatte ich dieses Thema auf die Tagesordnung des zuständigen FW-internen Arbeitskreises für die Sitzung am 27. Oktober setzen lassen und es mit dem Grundsatzaspekt verbunden, dass die ärztliche Versorgung in ländlichen Räumen zusehendes gefährdet ist.

 
Dazu hatte ich Dr. Jakob Berger, den Vorstandsbeauftragten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) für Schwaben eingeladen, welcher zudem Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes ist.
 
Insbesondere in der „Bedarfsplanungsarztgruppe Hausärzte“ ist der Planungsbereich Donauwörth-Nord mit einem Versorgungsgrad von 81,95 % (Stand 29.01.2021) der am schlechtesten versorgte Bereich in Nordschwaben. Diesem Planungsbereich ist auch die Stadt Wemding zugeordnet. Durch den o. g. Ausfall einer Praxis verstärkt sich dieser Versorgungsnotstand speziell im Umfeld der Stadt Wemding. Eine hausärztliche Unterversorgung scheint für diesen Planungsbereich kurzfristig unvermeidbar zu sein. Eine solche Unterversorgung liegt vor, wenn der Versorgungsgrad unter 75 % fällt. Diese Einstufung muss der Gemeinsame Landesausschuss feststellen. Das Problem dabei ist: Dieses Gremium tagt nur zweimal jährlich, in diesem Jahr nicht mehr.
 
Im Fall der Unterversorgung muss die KVB die Versorgung sicherstellen, gegebenenfalls sogar eine Praxis einrichten. Dafür werden höhere Fördergelder aus dem Strukturfonds in Aussicht gestellt. Da in der Region grundsätzlich zu wenig praktizierende Hausärzte angesiedelt sind, ist es allerdings enorm schwierig, kurzfristig eine ausreichende Abhilfe zu schaffen. Der KVB ist die Dringlichkeit und örtliche Notlage sehr wohl bekannt. Insofern wird sie alle Anstrengungen unternehmen, die hausärztliche Versorgungslage dort zu verbessern.
 
Das politische Ziel der Freie Wähler Landtagsfraktion ist es, die Landarztquote von derzeit 5,8 % der Studienplätze schnellstmöglich auf 10 % zu erhöhen, um mittel- und langfristig die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sichern. Meine Fraktion sieht darin einen wirksamen Beitrag zum Verfassungsauftrag, „gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern“ sicherzustellen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich mich auch weiterhin für dieses Ziel bestmöglich einsetzen!
 
Ihr Heimatabgeordneter
Johann Häusler