Staatsminister Glauber besucht Biogasanlage Alerheim

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Biogasanlagen sind wichtige Stützen der Energiewende, müssen aber mit immer komplexeren und teureren Anforderungen klarkommen. Über diesen Zwiespalt informierten Biogasanlagenbetreiber den bayerischen Umweltminister in Alerheim.

Das derzeitige zentrale und drängende Thema einer nachhaltigen und regenerativen Energiewende sowie die Gewinnung einer regional erzeugten Energie waren Anlass des gestrigen Besuchs von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber auf der Biogasanlage Alerheim OHG, der auf Einladung von MdL Johann Häusler zustande kam. Schwerpunkt waren die Weiterentwicklung von Biogasanlagen sowie die praktische Umsetzung neuer Regelungen zur Anlagensicherheit. Die Betreiber der Anlage, Wolfgang Gerstmeyr und Rainer Weng, demonstrierten zentrale Punkte und Herausforderungen in der Umsetzung der neuen Anforderungen sowie dafür notwendige Lösungsansätze.
 
„In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Regeln und Vorschriften hinzugekommen bzw. verschärft worden, die den Betrieb einer Biogasanlage immer komplizierter und teurer machen“, erklärte Rainer Weng, der auch Sprecher der Regionalgruppe Bayerisch-Schwaben Nord im Fachverband Biogas ist. Natürlich müsse eine Biogasanlage sicher und umweltverträglich laufen – „aber bitte mit Augenmaß und praktikabel“, forderte Weng.
Darüber hinaus wurde bei dem Termin am 20. September auf die Erfordernisse der flexiblen Stromproduktion eingegangen, die Biogasanlagen zunehmend übernehmen und damit für den Ausgleich der schwankenden Energieerzeugung aus PV-Anlagen und Windkraft sorgen.
 
„Die Zukunft der Energieversorgung ist erneuerbar. Wir wollen die Energiewende vor Ort meistern. Dazu brauchen wir einen breiten Mix an Ökoenergien. Biogasanlagen leisten in den Regionen einen bedeutenden und nachhaltigen Beitrag. Sie sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende und damit für den Klimaschutz“, betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber.
 
MdL Johann Häusler fügte hinzu: „Nur ein ausgeklügelter Mix aus regenerativen Energien, wozu neben PV-Anlagen und Windkraft insbesondere auch Biogasanlagen zählen, führt zu einer sicheren Energieversorgung. Biogasanlagen sind dazu prädestiniert, die Dauerlastfähigkeit witterungsunabhängig zu gewährleisten. In diesem Sinne freue ich mich, dass Staatsminister Glauber zugesagt hat, dass er den Kontakt zum Fachverband Biogas wie auch zum landwirtschaftlichen Berufsstand insgesamt weiter intensiv pflegen und vertiefen möchte.“
 
Ein besonderes Anliegen der Biogasanlagenbetreiber war, die sogenannte Störfall-Verordnung dahingehend anzupassen, dass der bisherige Schwellenwert von 10.000 kg Biogas auf den Wert von Erdgas mit 50.000 kg erhöht wird, da die sich daraus ergebenden Auflagen für kleinere und mittlere Betriebe unverhältnismäßig seien. Beeindruckend war, dass sämtliche nachwachsenden Rohstoffe für den Biogasbetrieb Alerheim aus der nahen Umgebung (Durchschnittsentfernung 3-3,5 km) angeliefert werden.
 
Am Ende der Anlagenbesichtigung diskutierten die Anwesenden, insbesondere Manfred Faber (Leiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen), Heiko Götz (Leiter Interessengemeinschaft Grundwasserkörper G 022) und Markus Müller (BBV Schwaben) fachkundig mit dem Staatsminister über zentrale Themen der Düngeverordnung und die Ausweisung der roten Gebiete, welche insbesondere im nahegelegenen Kesseltal aktuell intensiv diskutiert wird.
 

Bürgermeister Christoph Schmid freute sich über den hohen Besuch in seiner geschichtsträchtigen Gemeinde und über den Eintrag des Staatsministers in das Gästebuch von Alerheim. Weitere Gäste bei der Besichtigung der Biogasanlage waren der Geschäftsführer des Fachverbands Biogas, Manuel Maciejczyk, sowie Biogasbetreiber Herbert Waschulzik. Auch Ulrich Reiner zeigte sich bei den Ausführungen sehr fachkundig, da er selbst im Bereich Recycling und Kreislaufwirtschaft agiert. Alle Beteiligten waren von der detaillierten Fachkenntnis von Minister Glauber beeindruckt und bedankten sich für die fundierte und fruchtbare Diskussion mit ihm – sowie beim Landtagsabgeordneten Johann Häusler, diesen Vor-Ort-Termin ermöglicht zu haben.