Häusler und Dr. Mehring zu Gast in Niederschönenfeld

 FW-Landespolitiker standen Gemeinderäten im Bürgerhaussaal Rede und Antwort

Über hohen Besuch aus der bayerischen Landespolitik durften sich die Gemeinderäte aus Niederschönenfeld freuen. Auf Einladung des dritten Bürgermeisters Martin Stegmair, der die Gemeinde auch im Donau-Rieser Kreistag vertritt, war Heimatabgeordneter Johann Häusler zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Landtags-FW, Dr. Fabian Mehring, in den Bürgerhaussaal gekommen. Dort nahmen sich die beiden Landespolitiker viel Zeit, um mit den örtlichen Gemeinderäten um Vize-Bürgermeisterin Sibylle Hafner über die aktuellen Anliegen der Kommune ins persönliche Gespräch zu kommen.

Ein Hauptanliegen der anwesenden Gemeinderäte war der Hochwasserschutz, der die Gemeinde Niederschönefeld aufgrund ihrer Nähe zur Donau besonders betrifft. FW-Landtagsfraktionsvize Johann Häusler berichtet hierzu, dass er nach wie vor den Bau von Poldern entlang der Donau kritisch sieht und sich stattdessen ein besseres Staustufenmanagement, das Ausbaggern von Sedimenten sowie den besseren Einbezug von Nebenflüsse wünscht: „Vorrangig gegenüber dem Bau neuer gesteuerten Polder, muss der Rückhalt des Wassers in der Fläche vorangetrieben werden. Gastgeber Stegmair stimmt Häusler zu: „Gerade wir hier in Niederschönefeld haben besonders mit dem Wasser der Friedberger Ach zu kämpfen. Hier wird gerade in der Stadt Rain am Lech viel Oberflächenwasser eingeleitet was bei Starkregenereignissen zu großen Problemen bei uns führt. Wir würden uns hier auch wünschen, von der Stadt Rain am Lech besser unterstützt zu werden, die ja schließlich für den starken Anstieg des Flusspegels verantwortlich ist“, so der stellv. Bürgermeister.

Was die Kommunalparlamentarier aus Niederschönenfeld zudem umtreibt, sind die Auswirkungen der stark steigenden Biber- und Krähenpopulation in Bayern. „Immer wieder kommt es zu Einbrüchen von Wegen, die vom Biber unterbaut wurden oder zu verstopften Abwasserrohren“, berichtet zweite Bürgermeisterin Sybille Hafner. „Wir wünschen uns hier einfachere und pragmatischere Lösungen.“

Diesen Wunsch nahm Parlamentarier Dr. Mehring zum Anlass, um über die landespolitischen Bemühungen der Freien Wähler zur Bestandsregulierung und Entschädigung zu informieren. „Der besondere Schutzstatus von Biber und Krähen stammt aus einer Zeit, in der die Tiere vom Aussterben bedroht waren. Davon kann heute in Bayerisch-Schwaben keine Rede mehr sein – ihre Populationen haben sich nicht nur erholt, sie sind in manchen Regionen geradezu explodiert“, so Mehring. An der Seite von Häusler plädiert der FW-Spitzenpolitiker daher für eine Anpassung des Schutzstatus, was eine gezielte Regulierung der ausufernden Bestände – wie bei anderen Tierarten auch – wieder möglichen machen würde. „Das Problem ist, dass hierüber die Europäische Union zu entscheiden hätte. Mit der Option, per Allgemeinverfügung der Landratsämter vorübergehende Entnahme-Genehmigungen zu erteilen, haben wir unsere landespolitischen Möglichkeiten leider bereits ausgeschöpft“, erklärt Häusler.

Mehr Hoffnung haben die FW-Politiker im Hinblick auf die Saatkrähenproblematik: „Auf Antrag von Johann Häusler und mir findet derzeit eine landesweite Pilotstudie des Umweltministeriums statt, wobei auch die Gemeinde Mertingen im Landkreis Donau-Ries involviert ist. Dabei soll herausgefunden werden, wie die Krähen verlässlich aus Wohngebieten oder Parks vertrieben und Schäden am Saatgut verhindert werden können. Zudem wollen wir die dabei gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um unserer Forderung nach einem landesweiten Entschädigungsfonds für alle Prädatoren Nachdruck zu verleihen“,  so Dr. Mehring. Geht es nach ihm und Häusler, sollen darüber Schäden durch sämtliche einschlägigen Schadtiere gleichermaßen unbürokratisch reguliert werden können: „Am Ende ist es egal, ob ein Fischreiher, ein Biber oder Krähen das Problem sind – Schaden ist Schaden und die Betroffenen brauchen Unterstützung“, so Häusler.

Weitere von den Niederschönenfelder Kommunalpolitikern angesprochene Themen waren unter Anderem die Verfüllverordnung, Aspekte der kommunalen Trinkwasserversorgung sowie die Herausforderungen der Schulen im ländlichen Raum. Am Ende des erkenntnisreichen Nachmittags bedankte sich Stegmair für den regen Austausch sowie den „unermüdlichen Einsatz“ der beiden Parlamentarier zugunsten der Region.