Ernteausfälle in großem Ausmaß im Maikäfer-Flugjahr in Ostbayern befürchtet

Ende Juni reisten namhafte Funktionsträger der Freie Wähler Landtagsfraktion in den Bayerischen Wald – nicht um sich einen Kurzurlaub zu gönnen, sondern aus ernstem Grund. Denn die Landwirte im Osten von Bayern befürchten einen immensen Ernteausfall im Grünland für das Jahr 2022 und darüber hinaus aufgrund der aktuell nicht beherrschbaren Maikäferplage. Sie hoffen, dass dem noch rechtzeitig entgegen gesteuert wird. Auf Einladung des BBV Kreisobmanns Siegfried Jäger trafen sich der stellv. Fraktionsvorsitzende Johann Häusler aus dem Landkreis Augsburg, der Vorsitzende des Agrarausschusses des Bayerischen Landtags, Dr. Leo Herz aus dem Oberallgäu und der örtliche Abgeordnete Manfred Eibl auf dessen Hof in Neureichenau. Seitens des Bayerischen Bauernverbandes nahmen an diesem Krisentreffen auch der stellv. Der stellv. Passauer Kreisobmann Reinhard Hoffmann und der Geschäftsführer Stefan Hageneder in Vertretung des niederbayerischen Verbandspräsidenten Gerhard Stadler teil. Auch der langjährige Bürgermeister Martin Behringer der Gemeinde Thurmansbang unterstrich die sich zuspitzende Problematik der Maikäferplage in der Region.

Dass der Maikäfer in der Vergangenheit für enorme Schäden auf den Grünlandflächen in Bayern verantwortlich war, ist hinlänglich bekannt. Alle vier Jahre fressen sich die Engerlinge durch das Wurzelwerk der Wiesen, woraufhin diese großflächig absterben. Dieses wiederkehrende Naturereignis ist seit zwei Jahren wieder ein großes Thema und die Zeit läuft davon, wenn die Landwirte in der betroffenen Region nicht rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen unterstützt werden. Kreisobmann Jäger erinnerte an die entstandenen Schäden der vergangene Maikäferplage: „Die betroffenen Landwirte verloren ein Jahr Futterernte und mussten die Kosten der Neueinsaat der Wiesen tragen.“ – Deshalb erhofft er sich außer einer finanziellen Förderung eine langfristige Strategie gegen den Engerling und Käfer. Mit dem Landwirtschaftsministerium seien bisher keine geeigneten Lösungen vereinbart worden.

MdL Manfred Eibl betonte: „Die Maikäfer sind gerade dabei, ihre Eier in die Wiesen zu legen. Daher fordern wir zügige Hilfe für die Agrarwirte – jetzt!“ Nur so könnten im nächsten Jahr so drastische Ernteeinbußen wie in der Vergangenheit verhindert werden. MdL Dr. Herz fügte hinzu: „Ein Ausfall der Ernte hätte besonders fatale Folgen für die Agrikultur, denn bei dieser Region handelt es sich um ein benachteiligtes Gebiet, welches durch kleinteilige Landwirtschaft geprägt ist.“

Als viele Jahre der Landwirtschaft Verbundener will sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Agrarfachmann Johann Häusler zusammen mit seinen Kollegen dafür einsetzen, dass das Landwirtschaftsministerium und gegebenenfalls auch das Umweltministerium die betroffenen Landwirte rechtzeitig und somit schnellstmöglich mit geeigneten Maßnahmen unterstützt und entsprechende Vorbeuge- und Bekämpfungsmaßnahmen, auch innerhalb der Kulturlandschaftsprogramme (z. B. Kulap), zulässt. Eine solche Maßnahme könnte beispielsweise der Einsatz von Kalkstickstoff in Kulap-Gebieten sein.

Denn schwerpunktmäßig betrifft diese absehbare Schädlingskatastrophe nicht nur den Landkreis Freyung-Grafenau, sondern auch die Nachbarlandkreise Regen, Passau und Deggendorf.

Die berufsständischen Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes rechnen mit einer stark gefährdeten Grünlandfläche von ca. 40.000 ha. Bereits jetzt ist die Milchwirtschaft in dieser Region massiv beeinträchtigt und kleinere Betriebe gelangen an ihre Existenzgrenze. Betroffene Landwirte berichten von Gewinneinbußen bis zu 75 Prozent!