Abstimmungstreffen zur Saatkrähenplage

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Johann Häusler fand am 30.06.2020 ein Treffen im Maximilianeum zum Thema Saatkrähenproblematik statt. Außer Herrn Häusler nahmen der Parlamentarische Geschäftsführer MdL Dr. Fabian Mehring sowie der umweltpolitische Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion MdL Hans Friedl teil, ebenso leitende Vertreter des Umweltministeriums. Hintergrund der Gesprächsrunde sind zwei Fraktionsinitiativen zum Haushalt bzw. die in diesem Zusammenhang vorab eingereichten Anträge für ein Saatkrähenprojekt sowie einen Entschädigungsfonds (siehe Drucksachen in der Anlage), die der stv. Fraktionsvorsitzende Johann Häusler initiiert hat.

Auslöser waren Hilferufe betroffener Landwirte der Gemarkungen Bäumenheim und Mertingen gegenüber dem Heimatabgeordneten Häusler, aufgrund derer er aktiv geworden ist. Einerseits haben Saatkrähen Schutzstatus, andererseits verursachen sie inzwischen in einigen bayerischen Gebieten so enorme landwirtschaftliche Schäden, dass ein Pilotprojekt im Hinblick auf Vergrämungsmaßnahmen notwendig geworden ist. Zum Einen ging es darum, zu prüfen, ob den Krähen in einigen betroffenen Gebieten der Schutzstatus entzogen werden kann. Zum Anderen, ob Ausgleichsleistungen für betroffene Landwirte möglich sind.

Inzwischen liegt ein Vollzugsbericht des Umweltministeriums vor, der dem Landtag zugeleitet wurde. Mit dem Modellprojekt zum Saatkrähenmanagement bei landwirtschaftlichen Schäden wurde im Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, den betroffenen Naturschutzbehörden und weiteren Institutionen begonnen. Das Pilotprojekt setzt sich schwerpunktmäßig mit der Prävention landwirtschaftlicher Schäden durch Vergrämung und angepasste Bewirtschaftung auseinander. Hierzu sind noch vertiefte Kenntnisse zur Raumnutzung im Umfeld der Kolonien und zur Nahrungswahl im Jahreslauf vonnöten. Diese Themen sollen eine zentrale Rolle im Modellprojekt einnehmen, um dadurch eine bessere Einschätzung zur Schadenssituation in Bezug auf verschiedene Feldfrüchte im Aktionsraum der Kolonien zu erhalten. Von Herbst 2020 bis Herbst 2023 wird das Modellprojekt intensiviert. Dabei werden auch das zuständige Amt für Landwirtschaft in Nördlingen und einer der hauptbetroffenen Landwirte aus Mertingen aktiv eingebunden.

Neben der landwirtschaftlichen Problematik war es für den Parlamentarischen Geschäftsführer Dr. Fabian Mehring von Bedeutung, wie man mit der Krähenplage in Siedlungsgebieten (insbesondere wie in den Anträgen als urbane Gebiete erwähnt), speziell im Markt Meitingen eine effiziente Vergrämung stattfinden kann. Häusler weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Bäumenheim die drittgrößte bayerische Kolonie mit circa 800 Brutpaaren beherbergt.

Beim o. g. Abstimmungstreffen erörterten die Landtagsabgeordneten zusammen mit den Vertretern des Umweltministeriums die weitere Vorgehensweise im Hinblick auf die im Anhang befindlichen Anträge der FREIEN WÄHLER. Auch galt es, die schwierige rechtliche Situation zu diskutieren, wie man landwirtschaftlichen Betrieben, die massive Schäden durch Saatkrähenkolonien nahe Siedlungsbereichen erfahren, finanziell helfen kann – dies betrifft insbesondere die Biobetriebe. Landtagsabgeordneter Johann Häusler hofft im Hinblick auf beide Antragsthemen auf eine pragmatische und zügige Umsetzung, damit die bayerischen Landwirte mit der Saatkrähenproblematik nicht allein gelassen werden. In diesem Sinne dankte er allen Beteiligten der Gesprächsrunde für ihr Engagement und die übereinstimmenden Überlegungen zur weiteren Vorgehensweise.

Fotos: Stephan Weichenrieder / FREIE WÄHLER Landtagsfraktion.

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