Gülleseparationssystem gewinnt Gartendünger

Innovatives Separationssystem gewinnt aus Gülle Gartendünger – MdL Johann Häusler initiierte ein hochkarätiges Treffen auf dem Anzenhof

Nicht erst seit der neuen Düngeverordnung suchen Viehhalter nach neuen Lösungen, anfallende Gülle zu verwerten. Über einen revolutionären Ansatz zur Gülleaufbereitung informierten sich nun Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft auf dem Anzenhof von Franz Kratzer (im Bild rechts) in Kühlenthal.

Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Johann Häusler von den FREIEN WÄHLERN (links im Bild) zeigte Anlagenentwickler Oliver Haas (3. von links) im Beisein von Fritz Colesan von der Firma Flottweg ein Separationssystem, das Gülle zu Dünger aufbereiten kann. In der Pilotanlage auf dem Anzenhof werden mit einem Tonmineral und Stärke Feststoffe und Phosphat abgetrennt, wobei der Stickstoffanteil in etwa halbiert und der Phosphatanteil fast gänzlich (98-99%!) abgeschieden wird. Die Feststoffe können gelagert und pelletiert auch als Gartendünger verkauft werden.

Durch die Reduzierung des Nährstoffeintrags trägt die Aufbereitungstechnik zum Umweltschutz in der Landwirtschaft und zum Schutz des Grundwassers bei. Gerade in Intensivgebieten bzw. besonders stickstoffbelasteten, so genannten „roten“ Gebieten, lässt sich durch dieses Verfahren der Nährstoffeintrag massiv reduzieren.

Insbesondere kleineren Betrieben, die keine eigene Anlage installieren können, ermöglicht die überbetrieblich einsetzbare Technik die Gülleverwertung und eine nachvollziehbare Kreislaufwirtschaft. Durch den reduzierten Nitrateintrag und die Möglichkeit, die Feststoffe als biologische Düngung zu nutzen, leistet das System einen wesentlichen Beitrag zur umweltschonenden Nutztierhaltung. Darüber hinaus erübrigen sich weitgehend Gülletransporte. Entsprechend große Resonanz hat das mobil einsetzbare System deutschlandweit auf der europäischen Leitmesse EuroTier gefunden, auf der das Verfahren auch durch die DLG eine Anerkennung in Gold für den Bereich „Abscheiderate Schwein und Rind“ erhalten hat.

Landtagsabgeordneter Johann Häusler verwies bei der Besichtigung der Anlage auf die Forderung der Politik nach neuen Lösungen zur Maximierung des Umweltschutzes in der Landwirtschaft: „Jeder Ansatz, der uns diesem Ziel näher bringt, ist ein wünschenswerter Schritt in die richtige Richtung. Diese innovative Technik ist wegweisend für eine zukünftige umweltverträgliche Viehhaltung“. Häusler will sich im Landtag für entsprechende staatliche Förderungen derartiger umweltverträglicher Verwertungssysteme einsetzen, damit Landwirte diese Möglichkeiten im Sinne eines nachhaltigen Umweltschutzes verstärkt nutzen können.

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